Berichte von FRIDAYS FOR FUTURE Heidelberg

Neuenabend 13.08.2020

Am Donnerstag veranstalten wir einen Neuenabend auf der Neckarwiese!

Wir erzählen euch ein bisschen wie unsere Ortsgruppe aufgebaut ist und was wir so täglich in den Telefonkonferenzen zu planen haben. Außerdem könnt ihr uns Löcher in den Bauch fragen oder einfach nur ein bisschen quatschen. Also kommt um 19 Uhr am Donnerstag auf die Neckarwiese! Zwischen dem Spielplatz und der Theodor Heuß Brücke (siehe Bild).

Wir freuen uns auf euch!

Neue Forderungen an die Stadt

Fridays For Future Heidelberg hat am 07.08.2020 ihre neuen Forderungen an die Stadt Heidelberg veröffentlicht und diese an den Gemeinderat übergeben. Mittags bekam der Bürgermeister Gerner ein Exemplar, am Nachmittag bei der Fahrraddemonstration auf der Neckarwiese Vertreter*innen der anwesenden Parteien.

Die Überarbeitung der bisherigen Forderungen war nötig, weil die Stadt einen 30-Punkte-Plan zum Klimaschutz veröffentlicht hatte, der nicht weit genug geht. Deswegen formulierten wir drei darüber hinaus gehende konkrete Forderungen, die Sie hier nachlesen können.

Fahrraddemo am 07.08.2020

Die Route

(ENG below)

Verkehrswende statt Weltende!📣

Nur noch 10 Tage bis zu unserer fetten Fahrrad Demo! 😍 Habt ihr euch den Termin freigehalten? Wir treffen uns um 18 Uhr an der Neckarwiese (Achtung: neuer Startpunkt).

Wir wollen bessere Radwege und Bus- und Bahnverbindungen in Heidelberg! 🚴‍♀️🚃🚅 Dazu passend gibt es u.a. eine Rede vom Radentscheid Heidelberg.
Die Politik muss dafür sorgen, dass es gute Alternativen zum Autofahren gibt. Die Politik muss dafür sorgen, dass klimagerechte Verkehrsmittel für alle attraktiv werden.
#thinkglobal #actlocal

Denkt dran, euch genug zu Trinken und Sonnenschutz mitzunehmen, bringt euer Fahrrad noch mal auf Vorderfrau und befestigt euer Demoplakat gut sichtbar daran. 🚴‍♂️

Kleine Checkliste

Seid ihr ready für die Demo? Wir schon und wir freuen uns! 🤗

P.S.: falls ihr bei der Anfangs- und Endkundgebung eine Höranlage benutzen wollt, die ihr mit eurem Cochlea Implantat verbindet, könnt ihr entweder eure eigene mitbringen und sie an der Bühne für die Moderation/ Redner:innen abgeben oder uns hier eine Nachricht schreiben, falls wir eine für euch ausleihen sollen.

English version

Only 10 days left to our big bike demonstration! 😍 Did you safe the date? We’ll start at 6pm at Neckarwiese (notice: new start).

We want better bike lanes and bus/ train connections in Heidelberg! 🚴‍♀️🚃🚅 Politics is responsible for good alternatives to using cars. Politics is responsible for making climate freindly ways of mobility attractive for everyone.
#thinkglobal #actlocal

Don’t forget to bring enough water as well as sun protection, check your bike beforehand and decorate it with your demo poster! 🚴‍♂️ Are you ready? We are and we’re looking forward to it! 🤗

Podcast For Future ist online

FFF Heidelberg goes Podcast!

Die destruktiven Auswirkungen unseres menschlichen Handels auf unsere Umwelt sind nicht mehr zu leugnen. Grund genug für Wissenschaftler*innen, die aktuelle Erdepoche als “Anthropozän”, Zeitalter des Menschen, zu benennen. Wie konnte es historisch dazu kommen? Wo begegnet uns das Anthropozän im Alltag? Und was können wir als Menschen dafür tun, um das Anthropozän doch noch zu einem guten Zeitalter zu machen?

Darüber sind Ioanna und Frieda von Fridays for Future Heidelberg mit Frau Patzel-Mattern, Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Heidelberg, und Herrn Siegmund, Professor für Geografie und Erdbeobachtung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, ins Gespräch gekommen.

Einfach auf den Pfeil klicken zum Anhören. Alternativ könnt ihr den Podcast hier herunterladen.

Viel Spaß beim Hören!

© Illustration: Nora Boilo

Parteienpodium am 07.07. um 19 Uhr

Ihr wolltet schon immer mal wissen, was die Parteien aus Heidelberg zum Thema Klimaschutz zu sagen haben? Gemeinsam den Stadträt:innen auf den Zahn fühlen? Ob Heidelberg so grün ist, wie immer getan wird? Dann schaltet am Dienstag auf dem Youtube Kanal der Parents for future ein! Unter Demo Motto “Heidelberg for Future – Podiumsdiskussion über lokalen Klimaschutz” werden wir den Politiker*innen der Grünen, der CDU, der Linken, der SPD und der FDP mal so richtig schön auf den Pelz rücken und zusammen mit einer Co Moderation des Debating Clubs Löcher in den Bauch fragen🔥 Think global, act local
Ihr könnt auch mitmachen🙌 – schaltet euch einfach live dazu und schreibt eure Fragen in den Chat, die wir dann den Politiker*innen stellen werden 📲 Markiert’s euch im Kalender und legt euch Fragen zurecht!

 

Es nehmen teil:

Grüne: Dr. Ursula Röper
CDU: Matthias Kutsch
SPD: Sören Michelsburg
FDP: Benjamin Brandstetter
Linke: Sahra Mirow

Demonstration gegen das Kohlegesetz

Am Mittwoch Abend, dem 01. Juli, protestierten 200 Schüler:innen und Studierende auf der Neckarwiese gegen das Kohlegesetz, das am Freitag im Eilverfahren im Bundestag abgestimmt wird. Das Gesetz zementiert den Kohleausstieg bis 2038, was laut der Klimawissenschaft jedoch nicht mit dem 1,5°C- Ziel des Pariser Abkommens vereinbar ist. Deshalb fordern die Demonstrant:innen die Bundestagsabgeordneten auf, gegen das Gesetz zu stimmen und dieses in der Sommerpause mit Blick auf die Pariser Klimaziele zu überarbeiten. Schon seit einer Woche finden bundesweit Blockaden und Proteste von Organisationen wie Greenpeace und Ende Gelände statt.

„Wir müssen bis 2030 aus der Kohle aussteigen, um den deutschen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Der Entwurf zum Kohlegesetz ermöglicht noch für knapp zwei Jahrzehnte Verbrennung dieses dreckigen, unwirtschaftlichen und zerstörerischen Energieträgers. Die Bundesregierung ignoriert damit die Stimmen der Wissenschaft und der Bevölkerung, während wir vor der nächsten Dürre stehen und Menschen tagtäglich von der Klimakrise bedroht sind”, so Juliane Laier, Auszubildende aus Heidelberg, in einer Rede.

Nach wenigen Tagen Planung standen auf der Neckarwiese die Demonstrant:innen mit coronagerechtem Sicherheitsabastand und Atemschutzmasken. Sie riefen Sprüche wie: ‚Kohle Konzerne, baggern in der Ferne, zerstören unsere Umwelt, nur für ein Batzen Geld‘’ und hielten passende Plakate mit den Forderungen an die Regierungsparteien SPD und CDU hoch. Umweltorganisationen wie Heidelberg Kohlefrei und die Heidelberger Energiegenossenschaft hielten eine Rede zu den Auswirkungen des Kohlegesetzes.

„Wir müssen an die Menschen denken, die in den Stein- und Braunkohleabbaugebieten leben! Sie alle verlieren Wasser, fruchtbaren Boden und ihre Häuser, sowie ihre Gesundheit durch den Tagebau – in der Lausitz oder auch Kolumbien. Fridays for Future kämpft nicht nur für die Zukunft, wir kämpfen für ein gerechtes Leben aller Menschen und Lebewesen. Wir brauchen Klimagerechtigkeit jetzt! Das bedeutet, dass alle Dörfer weltweit bleiben!“ ergänzt Paula Zahl, Schülerin aus Heidelberg.

Rückblick auf ein bewegendes Wochenende

wir waren am Samstag in Worms, um einen Naziaufmarsch zu blockieren bei @blocktddzworms und in Mannheim auf der @silent_demo_06.06.2020. Als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung unterstützt Fridays For Future den Kampf gegen strukturellen Rassismus voll und ganz, um so auch die Wurzeln der #Klimakrise anzupacken. Warum Anti-Rassismus essentiell für globale Klimagerechtigkeit ist?
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Die Menschen, die die #Klimakrise zuerst und am stärksten zu spüren bekommen, sind Black, Indigenous und People of Color (BIPoC) – besonders im globalen Süden. Es gibt keinen gerechten Klimaschutz, ohne sich mit der systematischen Ausbeutung, dem Schaden und der Gewalt gegenüber Schwarzen Gemeinschaften auseinanderzusetzen. Auch in Deutschland wachsen wir in rassistischen Strukturen auf, von der wir als mehrheitlich _weiße_ Bewegung profitieren, im Jahr 2019 gab es z.B. INSGESAMT weniger Auftritte Schwarzer Personen in Talkshows als von FFF-Aktivist*innen. Und das muss sich ändern.
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Für alle Akteur*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung gilt: Volle Unterstützung & Solidarität dem Kampf gegen Rassismus! #BlackLivesMatter #justiceforgeorgefloyd #justiceforbreonnataylor #letusnotbesilent #standup #speakup

Fahrraddemo in Wiesloch

Am 19. Juni um 17 Uhr findet in Wiesloch eine Fahrraddemo statt! Los geht es in der Gymnasiumstraße und enden werden wir am Marktplatz. Dort überreicht FFF Wiesloch seine Forderungen an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat. Denn Wiesloch muss noch deutlich mehr Klimaschutz umsetzen, als nur ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Dazu gehen wir auf die Straße, auf Fahrrädern mit 1,5m Abstand und Mund-Nasenschutz. Kommt mit uns nach Wiesloch, bringt eure Freund*innen mit – gemeinsam können wir unsere Zukunft retten!

Klimagerechtigkeit auf die Tagesordnung setzen

Hinweis: Dieser Text erscheint als Gastartikel in der taz. Er wird aber jetzt schon hier veröffentlicht, da wir am Donnerstag, 4.6.2020 um 9.30 Uhr anlässlich der Hauptversammlung von HD Cement in der Berliner Straße 6 demonstrieren werden. Mehr Infos gibt es hier.

Man könnte HeidelbergCement zum Nummer eins Paradebeispiel erklären, wieso wir Klimagerechtigkeit und nicht nur Klimaschutz brauchen – wobei dieser Titel 2020 noch hart umkämpft ist.

Der öffentliche Druck von Klimaprotesten hat bisher lediglich bis in die Marketing-Abteilung gereicht: ‘Echt. Stark. Grün.’ ist das Motto. Doch wenn überhaupt ist der Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns grün-gewaschen oder grün-bestrahlt wie der Neubau des Hauptgebäudes in Heidelberg, direkt am Neckar.

Dass dort einer der größten Baustoff- und damit CO2-Produzenten weltweit seine neue Firmenzentrale baut, ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Dass das Unternehmen neben einem grünen Logo nicht viel mit dem 1,5-Grad-Ziel und Klimagerechtigkeit anfangen kann, wird aber ziemlich schnell klar.

Seit Jahren protestieren Aktivistin*nen für die Achtung der Menschenrechte in Abbauregionen, die von HDCement und Tochterfirmen ausgebeutet werden. Die #WhatIf-Studie zeigt, dass die Unternehmenspolitik von HDCement auf alle übertragen, eine Erhitzung unseres Planeten um bis zu 10,3°C verursachen würde.

Die Zementindustrie ist für 8% der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich. Das bedeutet viermal so viel wie ganz Deutschland. Die Website des Betonriesens dagegen ist geschmückt mit Schlagwörtern wie Biodiversitätsmanagement, Nachhaltigkeitsentwicklung und Gemeinschaft. Offensichtlich hat HDCement ein rein wirtschaftliches Verständnis von Nachhaltigkeit.

Ohne 1,5-Grad-kompatiblen Plan wird nun zur virtuellen Hauptversammlung eingeladen. Die Tagesordnung behandelt die Auszahlung von Dividenden an die Aktionär*innen, die Entlastung des Vorstands. Es werden bereits “deutliche Fortschritte bei der Reduktion von CO2-Emissionen” vorgestellt.

Wie können wir das durchgehen lassen, wenn alle Zahlen das Gegenteil sagen? Geld für Innovationen ist da, doch keine Transformation dahin weniger Zement zu produzieren, vermehrt auf Recycling zu setzen, die Klimakrise anzuerkennen.

Heute schon Realität durch Umweltkatastrophen, leidet beispielsweise Indonesien unter den Auswirkungen der Klimakrise. Trotzdem plant das indonesische Tochterunternehmen von HDCement, Indocement, eine Zementfabrik am Kendeng-Karstgebirge. Unabhängige Wissenschaftler*innen sowie eine von Präsident Joko Widodo in Auftrag gegebene Umweltprüfung kommen zu dem Ergebnis, dass der Rohstoffabbau am Kendeng-Karst zu Dürren und Überschwemmungen führen könnte. Der lokalen Bevölkerung, überwiegend Landwirtin*nen, würde die Lebensgrundlage entzogen.

Rechtliche Hilfe ist aussichtslos und auf die Proteste, bei denen sich 2017 sogar fünfzig Menschen die Füße vor dem Gebäude des Großkonzerns einbetonierten, geht HDCement nicht ein. Überprüfung des Falles führe zu keinem Ergebnis und man könne da nichts machen. Dass man Einiges möglich machen kann, hat Fridays for Future längst gezeigt und politische Neustrukturierungen sind seit Corona zum Alltag geworden.

Ist die Wirtschaft noch träger als die Politik? Unternehmen müssten doch viel flexibler sein, sie sind doch nicht von schwankenden Wahlergebnissen oder Angriffen von rechts bedroht. Vielleicht spüren sie die Kritik eher von links, doch die eigentliche Sorge gilt wohl der unsichtbaren Hand des Marktes. “Es muss eben wirtschaftlich bleiben”, ist die wohl häufigste Antwort, die wir auf die Forderung nach Klimagerechtigkeit zu hören bekommen.

Bei international agierenden, verstrickten Unternehmen, wird die Argumentation immer komplexer. Es geht immer wieder um “bezahlbaren Wohnraum”, Arbeitsplätze oder die Frage nach Alternativen. Wie so oft liegen die Alternativen längst vor. Diese Debatten lenken nur vom eigentlichen Problem ab.

Schritt eins zu klimagerechter Unternehmensführung wäre das Einbinden derer, die vom Raubbau betroffen sind. Schritt zwei wäre der Stopp aller Unternehmenspraktiken und das Einwirken auf Tochterunternehmen in Regionen, in denen die Auswirkungen der Handlungen auf Menschen und Natur unvorhersehbar oder zerstörerisch sind. Schritt drei wäre die Anpassung aller Entscheidungen an das 1,5-Grad-Ziel, alles andere ist das Wort “Nachhaltigkeitsbericht” nicht wert.

Mit der Natur lässt sich auch 2020 nicht verhandeln. Kompromisse werden nicht zu Lasten des Klimas gemacht – das klingt so einfach – sondern zu Lasten von Menschenleben.

Diese Diskussion findet am Donnerstag nur leider nicht bei der Hauptversammlung statt. Sie wird von uns vor der Türe ausgetragen. Während der Vorstand über “1 Mrd € Cash-Einsparungen” spricht, sprechen wir über Milliarden Profite der Zementindustrie durch den europäischen Handel mit Emissionszertifikaten. Wir erlauben diese Debattenverschiebung nicht mehr. Klima- und Menschen-schädliche Unternehmen werden subventioniert, lassen Stellen wegrationalisieren und dürfen sagen, sie seien Teil der Lösung. Und wir sollen über “Wirtschaftlichkeit” im Angesicht der größten sozialen, humanitären Katastrophe sprechen?

Ihr müsst Teil der Lösung werden, noch seid ihr das Problem.

Von Paula Zahl und Line Niedeggen

Tausend und eine Idee – Aktion

Die deutsche Autoindustrie fordert mal wieder Kaufanreize. Was besser als die #Abfckprämie wäre:‬

‪🚲 neue Fahrradwege ‬
‪🚃 kostenloser ÖPNV ‬
‪📧 Es gibt #1001guteIdeen.

Deswegen hat Fridays For Future ein Tool entwickelt, mit dem ihr eure Vorschläge verschicken könnt. Was ist eure Idee? Mailt dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann eure Idee unter http://fridaysforfuture.de/1001guteIdee‬

‪Winfried Kretschmann hat gesagt, wer bessere Ideen hat, soll kommen – hier sind wir!