14.15 Uhr — Zwischen Vereinnahmung und Einflussnahme – zum schwierigen Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in der Demokratie

Dozierende Person: Jens Geldner
Öffentliches Seminar

Seit den Anfängen der ‚fridays for future‘-Bewegung verschiebt diese nicht nur Grenzen der Politik sondern ebenso Grenzen der Wissenschaft. Auf diesem Weg hat sie es geschafft, den öffentlichen Diskurs um ein Thema zu strukturieren, welches zwar bereits lange diskutiert wird, nicht jedoch die aktuell zu beobachtende Wirksamkeit entfaltet hat. Ihre Forderungen legitimiert die Bewegung dabei maßgeblich als wissenschaftliche. Relativ schnell haben sich ihr die ‚scientists for future‘ mit einerPetition angeschlossen, um den Forderungen der Schüler*innen zusätzlich Druck zu verleihen. Mit den Aktionen von ‚students for future‘ sollen nun auch der universitäre Raum verstärkt zum Ort der Auseinandersetzungen gemacht werden. Die Forderung, Hochschulen sollten ihrer Rolle als Bildungsinstitutionen besser gerecht werden, indem sie sich auf die Seite der Bewegung(en) stellen, ruft jedoch Fragen nach dem Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sowie der Bedeutung dieser gesellschaftlichen Sphären hervor. Auf welche Weise kann das Verhältnis von Wissenschaft und Politik gedacht werden? Welche Möglichkeiten der Positionierung gibt es zwischen Autonomiepostulaten, Politikberatung und Forschungsförderung? Hat Wissenschaft eine politische Dimension oder sollte sie eine solche überhaupt haben? Was wäre diese? Welche Möglichkeiten der Positionierung gegenüber den Teilnahmeforderungen der Klimaaktivist*innen ergeben sich aus möglichen Antworten hierauf? Es stellen sich jedoch nicht nur Fragen nach den Wissenschafts- und Politikverständnissen der Wissenschaftler*innen, sondern ebenso nach denjenigen der Aktivist*innen. Welche ‚Wissenschaft‘ ist hier gemeint und welche Rolle wird ihr zugeschrieben? Wie wird hier wissenschaftliches Wissen transformiert und in politische Artikulationen eingebunden? Und worin genau liegt das politische Moment der Bewegung? Dies alles sind Fragen, die Überlegungen bezüglich des Selbstverständnisses der Wissenschaften herausfordern und sich deshalb auch dann stellen, wenn man die Forderungen der Bewegung grundsätzlich teilt. Die Aufforderung an ‚die Wissenschaft‘ zur Teilnahme an den Protestaktionen soll in der Veranstaltung deshalb als Anlass für eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen solcher Forderungen genutzt werden.

Es sind alle Interessierten herzlich eingeladen, über diese Fragen gemeinsam ins Gespräch zu kommen, ob Studierende, Kolleg*innen, Aktivist*innen oder Politiker*innen.
Bei Interesse wird um eine kurze Mail an geldner@ph-heidelberg.de gebeten, sodass Material für die Sitzung bereitgestellt werden kann.

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PH Altbau – Raum 123

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PH Altbau – Raum 123 49.420417, 8.684585

Datum

28. Nov. 2019

Uhrzeit

14:15 - 15:45

Ort

PH Altbau – Raum 123
Keplerstraße 87 69120 Heidelberg